Geschichte

 

Afrika ist die Wiege der Menschheit, und auch in Nigeria findet man unzählige Zeugnisse aus der Frühzeit unserer Spezies. Vor mehr als 10.000 Jahren gab es hier schon grössere Siedlungen, und noch vor den Griechen wurden hier die ersten befestigten Städte gegründet. In Nigeria wurde auch die Eisenzeit des westlichen Afrikas eingeläutet, und es ist anzunehmen, dass sich hier schon sehr früh erste menschliche Kulturen bildeten. Auch zu den mediterranen Kulturen jenseits der Sahara bestanden Kontakte. Durch die Sahara hindurch wurde Handel getrieben, und Nomaden beförderten die verschiedensten Waren von Nigeria bis an das Mittelmeer.

Vor dem 15. Jahrhundert existierten zahlreiche verschiedene Staaten im heutigen Nigeria. Im Norden kam man schon sehr früh mit dem Islam in Kontakt, und die grossen Sahelreiche hatten einen gewaltigen Einfluss. Schon damals waren die heute bekannten Ethnien wie die Ibo, die Yoruba und die Hausa tonangebend. Als die Europäer im 15. Jahrhundert dann begannen die Welt zu bereisen, kam es sehr bald zu den ersten Kontakten. Die Portugiesen gelangten schon in den 1480er Jahren nach Nigeria und begannen sofort damit Handelstätigkeiten aufzunehmen. Nur kurze Zeit später um 1550 begannen dann auch die Engländer diese Region zu erkunden und begaben sich schon bald auf die Suche nach Sklaven und Elfenbein. Mit den neuen Gegebenheiten veränderten sich auch die politischen Kräfte in der Region, und die Städte des Südens begannen zunehmend an Einfluss zu gewinnen. Erst 300 Jahre später veränderte sich die Situation dramatisch.

Im 19. Jahrhundert wurde der Sklavenhandel von den europäischen Grossmächten verboten, und man begann in den Regionen Nigerias nach neuen Handelsbeziehungen zu suchen. Mittlerweile konnte man mit den Waren aus den exotischen Ländern sehr viel Geld verdienen, und deshalb begannen vor allem die Engländer damit, ihren direkten Einfluss in Nigeria weiter auszubauen. Ab 1850 wurden die Briten zunehmend auch im Inland aktiv. Der erste Schritt führte eine britische Expedition nach Lagos. Hier wurde 1886 eine Kronkolonie gegründet, die als Ausgangspunkt für weitere Aktivitäten dienen sollte. An diesem Standort etablierten sich zunehmend verschiedene Handelsgesellschaften, die ein natürliches Interesse daran hatten, den Einflussbereich der Küste entlang weiter auszudehnen. In den nächsten 50 Jahren konnte die Kolonialmacht Britannien viele Völker an sich binden, und erst die Begegnungen mit den Deutschen und Franzosen setzten der Expansion Grenzen.

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg kam es erneut zu einem Wandel. Im Jahr 1938 forderte der Parteienführer Herbert Macauley, dass Nigeria ein unabhängiger Staat werden solle. Man verlangte, Nigeria politisch auf dieselbe Stufe wie Australien zu stellen, doch wurde dieser Prozess durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Erst 1954 kam die Frage erneut auf, und im Spätjahr 1959 wurde in London die Unabhängigkeit des Landes vorbereitet. Es fanden anschliessend Wahlen statt, und ein erstes gemeinsames Parlament konnte die Arbeit aufnehmen. Im Jahr 1960 entliessen die Briten Nigeria dann endgültig in die Unabhängigkeit.

Die junge Demokratie hatte mit vielen Problemen zu kämpfen, und 1966 konnte das Militär die Regierungsgewalt an sich reissen. In den 70er Jahren verbesserte sich die Situation nicht wirklich und es kam zu weiteren Putschen. Die Wirtschaft begann sich ebenfalls zu verändern, weil man in Nigeria grosse Mengen Erdöl entdeckte, die das Land zum grössten Ölexporteur Afrikas aufsteigen liessen. Auch in den 90er Jahren hielten die Konflikte an, und Demokratisierungsbewegungen konnten sich nicht durchsetzen. Die Abacha-Diktatur, die von 1993 – 1998 andauerte, zählt zu den blutigsten Kapiteln der nigerianischen Geschichte. Die Lage in Nigeria hat sich seither nicht mehr stabilisiert, und es kommt sporadisch zu zeitlich und räumlich begrenzten Unruhen.

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